Geschlossene Schiffsfonds: Schiffbruch auf hohem Niveau

Ohne die finanzierenden Banken wird es schwer. Und genau diese ziehen nun die Reißleine. Ursächlich hierfür sollen vor allem die gescheiterten Rettungsbemühungen für finanziell angeschlagene Schiffe sein...

Sparte: Schiffsfonds

 

Ohne die finanzierenden Banken wird es schwer. Und genau diese ziehen nun die Reißleine. Ursächlich hierfür sollen vor allem die gescheiterten Rettungsbemühungen für finanziell angeschlagene Schiffe sein. Immer mehr Anbieter wollten auf Auffanggesellschaften setzen.

 

Vorreiter in diesem Segment ist der börsennotierte Initiator Lloyd Fonds, der zur Vermeidung von Notverkäufen und zum Schutz des Eigenkapitals der Anleger die Auffanggesellschaft „Ocean 16“ für notleidende Schiffskredite von 14 eigenen Schiffsfonds gegründet hat.

 

Notwendig sei dieser Schritt da die ursprüngliche Kreditgeberin, die HSH Nordbank, ihre Beteiligungen in Form von Schiffskrediten reduzieren muss und mit dem Transfer in die Auffanggesellschaft ihre faulen Schiffskredite entsorgt.

 

Bedeutung für Anleger

Für die rund 6.000 Anleger bedeutet die Auslagerung der einzelnen Schiffsfonds in eine Auffanggesellschaft aufgrund der neuen Bewertung eine Wertminderung ihres ursprünglichen Kapitals. Zusätzlich kommen mit diesem Konzept weitere Risiken hinzu. Das Konzept hat nämlich nur dann eine Zukunft, wenn sich die Schifffahrtsbranche auch erholt. Lloyd-Fonds-Vorstandschef Torsten Teichert begründete diesen Schritt mit den zunehmenden Schwierigkeiten in Bezug auf die Kapitalbeschaffung für Einschiffgesellschaften.

 

Hat das Konzept Erfolg und gelingt es somit, über den neu gegründeten Flottenfonds frisches Kapital aufzunehmen, können die Frachter ihren Betrieb weiterhin aufrechterhalten und deren Wert bei zunehmenden Frachtraten steigern. Dies würde sich vor allem bei einem Verkauf positiv auswirken.

 

Krise ist nicht neu

Die Krise rund um die Schiffsfonds ist für Anleger nichts neues. Die Branche hat zunehmend mit einem Überangebot an Frachtmöglichkeiten bei gleichzeitig sinkendem Frachtaufkommen zu kämpfen. Das Überangebot an Frachtschiffen resultiert vor allem aus den wirtschaftlichen Boomzeiten, in denen aufgrund optimistischer Zukunftserwartungen unzählige Neubestellungen durchgeführt wurden. Diese neuen Frachter laufen nun nach und nach vom Stapel. Ein Überangebot an Schiffen ist die Folge.

 

Eine weitere nicht unerhebliche Belastung der Branche ist der stetige Preiskampf zwischen den führenden Frachtunternehmen Maersk und der Maritime Shipping Compagnie. Diese drücken gegenseitig die Raten für die Beförderung der Fracht und die Anmietung von Schiffen. Auswirkungen hat dies vor allem für andere Reeder und Fondsgesellschaften, welche deshalb um ihre Existenz kämpfen.

 

Handlungsmöglichkeiten für betroffene Anleger

Betroffene Anleger, die vergebens auf die versprochene Rendite warten oder denen teilweise Verluste ihres eingesetzten Kapitals oder gar der Totalverlust ihrer Einlage droht, sollten nun handeln. So können Prospektfehler und/oder Falschberatungen der vermittelnden Banken oder anderen Vertriebsorganisationen zu Schadensersatzansprüchen führen. Ob Ihnen solch ein Anspruch zusteht, sollte sie von einer auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzlei überprüften lassen, um weiteren Schaden abzuwenden.

 

Die IVA Rechtsanwalts AG berät Sie im Zusammenhang mit Schiffsfonds. Wir prüfen in einer Persönlichen Beratung, ob Sie mit Aussicht auf Erfolg Ihre Ansprüche durchsetzen können.