Solarworld AG ist insolvent und betroffene Anleger sollten jetzt rechtzeitig reagieren

Der deutsche Photovoltaikhersteller Solarworld AG meldete vergangene Woche Insolvenz beim zuständigen Amtsgericht Bonn an. Das Unternehmen begründete sein Vorhaben vom 10. Mai 2017 mit dem Fehlen einer angemessenen Fortbestehungsprognose. Seit mehreren Monaten musste Solarworld bittere Kursverluste verbuchen. Das Eigenkapital habe sich laut dem Nachrichtendienst Handelsblatt stark verringert. Der Vorstand erkannte inzwischen, dass es zu einer Überschuldung im Unternehmen gekommen war und er demnach seiner Pflicht zur Insolvenzanmeldung nachkommen musste. Auch der noch andauernde Multimillionen-Rechtsstreit zwischen Solarworld und einem Lieferanten wird mit allzu großer Sicherheit für den Zerfall des einst so gefeierten Sterns am Markt für erneuerbare Energien verantwortlich sein.

Die Solarworld AG ist ein 1998 gegründeter deutscher Solarstromhersteller. Aufgrund staatlicher Subventionen auf dem Markt für erneuerbare Energien wuchsen die Umsätze bei Solarworld stetig. 2014 hat das Unternehmen zwei Anleihen mit einer fünfjährigen Laufzeit, variabler Verzinsung und einem Gesamtbetrag von etwa 175 Mio. Euro aufgesetzt (WKN: A1YDDX/ WKN: A1YCN1). Im Jahr 2011 musste das Unternehmen erstmalig einen schweren Kursrutsch verbuchen. Dann drohte vor vier Jahren auch die Insolvenz, als es mit etwa einer Milliarde Euro verschuldet war. Nur ein Schuldenschnitt von 60 Prozent mit den Gläubigern konnte die Insolvenz verhindern. Dennoch brachten die Dumpingpreise auf dem Markt für erneuerbare Energien und der Billigimport aus China den einst so mächtigen Solartechnologiekonzern ins Straucheln. Letztlich kommt der erbitterte Rechtsstreit zwischen dem US-Silizium-Lieferanten Hemlock und Solarworld hinzu. Hemlock verklagte Solarworld auf Zahlung von rund 750 Mio. Dollar wegen der nicht eingehaltenen Lieferantenverträge. In erster Instanz scheiterte Solarworld.

Rechtliche Möglichkeiten
Betroffene sollten sich neben der form- und fristgerechten Anmeldung zur Insolvenztabelle anwaltlichen Rat einholen, um mögliche Schadensersatzansprüche prüfen zu lassen und weitere rechtliche Möglichkeiten auszuschöpfen. In den seltensten Fällen kann die erzielte Insolvenzmasse sämtliche Forderungen bedienen. Schadensersatzansprüche könnten insbesondere im Zuge einer fehlerhaften Anlageberatung entstehen.

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